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Stellungnahmen von Domagk-Künstlern (Stand 16.12.13)

Yongbo Zhao:
„Und jetzt? Das war so nicht ausgemacht!"

Prof. Berger:
„So geht das nicht."

Angelika Ecker-Pippig:
„Es wurde immer kommuniziert, dass alle nachweislich aktiven Künstler eine Zukunft in Domagk haben, worauf alle vertraut haben und jetzt dieses Ergebnis, das eine Reihe langjährig engagierter Kollegen ausgrenzt.
Das ist mehr als bitter! Es beeinträchtigt unsere Arbeitsatmosphäre im Atelierhaus."

Jörg Steiner:
"Eine solche Anzahl von Künstlern in den absolut dichten Münchner Mietmarkt zu treiben und damit ihrer Existenzgrundlage zu berauben ist eine sozial -und kulturpolitische Fehlentscheidung, die dringend korrigiert gehört."

Oliver Stromberg:
„Mit ihrem rücksichtslosen Vorgehen erreicht die Stadt nur, daß diejenigen, die im Kulturleben etwas aufgebaut haben, frustriert aufgeben und München den Rücken kehren."

Bernhard Springer:
„Alle Musiker fliegen raus, stattdessen sollen Architekten und Schmuckdesigner einziehen! Allein daran zeigt sich schon: Dem Kulturreferat geht es - wie schon länger vermutet - eben nicht um den Erhalt einer gewachsenen Domagk-Kultur und deren Selbstverwaltung, sondern nur um die politische Durchsetzung ihrer Vorstellung von "Kreativwirtschaft".

Susu Gorth:
"Hieß es nicht: Warum regt ihr euch so auf? Jeder kriegt sein Atelier wieder! Außer ein paar schwarzen Schafen!"

Niel Mitra:
„Ich bin immer noch im Schockzustand. Fast alle Musiker sind ausjuriert. Das ist eine Katastrophe. Auch Abseits der existenziellen Komponente. Hier werden gerade lange Jahre gewachsene Netzwerke auseinandergerissen, die sich gerade in den letzten Jahren durch die räumliche Nähe bewährt haben; das reicht beispielsweise vom geliehenen Kabel/Mikro/Keyboard, über das Instrumentensample, dass man alleine nie so hingekriegt hätte, bis hin zum praktischen Tip für den Umgang mit Label/Gema/Vermarktung. So etwas ist Gold wert, wird in München aber mit Füßen getreten. Meine Bewerbung ist zwar genommen, Grund zur Freude als wahrscheinlich einziger genommener Musiker darüber habe ich allerdings wenig."

Maya Kind:
„Bei einigen die abgelehnt wurden bin ich wirklich erschüttert - sie machen wunderbare Sachen und betreiben ernsthafte künstlerische Arbeit.
Es ist ein Verlust (auch menschlich) für die DomagkAteliers wenn sie gehen, und sie werden mir fehlen."

Michael von Bally:
„Nach all dem, was die Künstler seit den Umbrüchen auf dem Domagkgelände willig ertragen und kräftig mitgestaltet haben, wäre es nicht nur eine freundliche Geste sondern auch eine gerechte Entscheidung, wenn die Mietverträge um eine weitere Periode verlängert werden würden".

Christine Linder:
„Entscheidungen die die gewachsene Künstlergemeinschaft "DomagkAteliers" zerstören."

Corinna Hauck:
„Das Vorgehen der Stadt ist äußerst ärgerlich und entgegen aller vorherigen Gespräche und Beschwichtigungen!
Große Unverschämtheit, die Domagkkünstler so zu täuschen. Unverfroren!"

Jörg Stäger:
"Kommunalpolitische Entwicklungen und den Wunsch der Stadt hier „klare Verhältnisse" zu schaffen sind nicht unverständlich, jedoch bin ich der Meinung, dass die geschaffenen Realitäten bei Vertragsabschluss 2009, und seien sie auch nur mündlicher Natur, berücksichtig gehören. Alles andere wäre ein weiterer Sieg politischer Willkür über die Kultur und ein massiver Gesichtsverlust der Stadt München!"

Manfred Weinreich:
„Die Kriterien der Auswahl sind kaum nachvollziehbar."

Holger Dreissig:
„Als ich angefangen habe, Kunst zu machen, war Raum wichtig, vor allem aber der geistige Raum, und der war gewährleistet durch gereifte Kollegen. Die gegenwärtige, geringschätzende Kulturpolitik ist intransparent und unaufrichtig und alles in allem eine Milchmädchen­rechnung, die auf falschen, wenig kunstsinnigen bis kunstfeindlichen Grundannahmen basiert – Stichwort „Kreativwirtschaft" (siehe: Richard Florida). Das ist nicht zukunftsfähig. Statt alles dafür zu tun, die letzten in München verbliebenen, Kontinuität gewährleistenden Künstler zu halten, ist man froh, ein Drittel von uns schon jetzt und den Rest in fünf Jahren auch noch los zu sein und verspürt nicht mal einen Phantomschmerz. Es gibt nur einen Weg: neue, günstigere Atelierhäuser, statt Ausverkauf."

Monika Henseler:
"Ich habe damals kein bezugsfertiges Atelier bekommen, sondern eine Baustelle. Für den ganzen Einsatz an handwerklicher Arbeit und Material über Monate wurde uns zugesagt, dass wir die Ateliers in der 2. Belegungsphase wiederbekommen bzw. behalten können. Es hieß, bei der 2. Belegungsphase handelt es sich nur um eine Proforma-Bewerbung.
Wir wurden als billige Handwerker missbraucht, um die Ateliers fertigzustellen.
Jetzt will sich niemand mehr an die Zusagen erinnern."

Angela Osman und Martin Brauner:
"Die Auswahl der Fachjury ist absolut nicht nachvollziehbar!!"

Rita Bugar:
„Das alles macht mich sehr betroffen!"

Maria Wallenstål-Schoenberg:
„Es ist unverständlich das Künstler die alle vorgegebene Kriterien erfüllen und sich zusätzlich ehrenamtlich, für das Projekt " Domagkateliers und Ausstellungshalle" einsetzen, gehen müssen."

Daniel Goehr:
„Neben dem fragwürdigen Auswahlverfahren des Kulturreferats ist das Konzept eines „Atelierhauses", wie es die Stadt wünscht, weder sinnvoll noch zeitgemäß. Anstatt vorhandene Immobilien zu nutzen wird eine gewachsene Struktur zerstört um auf dem Papier und für die Öffentlichkeit Atelierplätze zu schaffen, die nicht nachhaltig sind."

Martin Cambeis:
"Dass ich mich um meinen alten Arbeitsplatz, den ich bereits seit zwanzig Jahren inne habe, neu bewerben muss, ist bereits absurd und demütigend genug - aber dann wegen mangelnder Professionalität und künstlerischen Weiterentwicklung abgewiesen zu werden, ist schlichtweg skandalös!"

Christoph Marek:
"So wird eine lokale, langjährig gewachsene Kunstszene demontiert, das kann nicht gewollt sein. Man hat uns Kontinuität in der Belegung zugesagt, davon gehen wir aus."

Andrea Ramos:
Unglaublich. Zwar kann ich bleiben, aber ob man in einem derart „trockengelegten" Atelierhaus noch arbeiten will?

Zamp Wimmer:
„Die DomagkAteliers hätten das Potential eine europaweit einzigartige „Künstler-Vorzeige-Kolonie" zu werden, in der Künstler auf hohem künstlerischen Niveau kooperativ gestalten und zusammenarbeiten.
Trotz interner und externer Widerstände waren wir auf einem guten Weg dorthin.
Jetzt droht das Ganze in ein seelenloses „5 Jahres-Durchgangs-Lager" zu zerfallen.

Gotlind Timmermanns:
Entgegen aller Verlautbarungen und Absichtserklärungen, aller Stadtratbeschlüsse und anderer Reden, die von Kulturverwaltern jeden Ranges und verschiedener Verwaltungsebenen bis hin zu Kulturreferenten und Bürgermeister geäußert wurden, hat München nun dieses Resultat: Die besondere Zusammensetzung der Domagkateliers mit Künstlern aus diversen Sparten ist nun durch die an die Jury deligierte Auswahl so umgeändert, dass es ein reines Atelierhaus mit austauschbaren Bildenden Künstlern ist. Domagkateliertage mit Festivalcharakter und Musik wird es nicht mehr geben ebenso wenig wird es gemeinsame Ausstellungen als "Künstler der Domagkateliers" geben, wie dies in der Vergangenheit überregional und international wahrgenommen wurde.
Schade um die viele ehrenamtliche Arbeit , mit der die Künstler in Galeristenessen, Künstlersonntagen, Domagkateliertagen und Ausstellungen ein Kulturprogramm anboten, das den Ort bekannter machen und die Münchner Kunstszene stärken sollte.
Verwertungsdruck auf dem Immobilienmarkt führt zu Ateliermangel, Ateliermangel zu Verwaltungsakten und Verwaltungsakte zum Ende von einst Europas größter Künstlerkolonie.

Rudolf. F. Fiedler:
„Der „Beschluss" des Kulturausschusses vom 23.10.2008 lautet auf Seite 6: Die Belegung für das sanierte Haus 50 in den DomagkAteliers sieht eine Mietdauer von fünf Jahren „ab Bezug" vor, mit der „Option" der Verlängerung. Nach diesem Beschluss haben wir 2009 unsere Mietverträge unterzeichnet. Schade, das sich der Beschluss jetzt als leere Worthülse herausstellt."